Museum Wolfenbüttel

Treppenhaus, Gardesaal und Herzogappartement

Vom Schlosshof gelangt man durch das zweiläufige Barocktreppenhaus – das älteste noch erhaltene seiner Art in Norddeutschland – zu den herzoglichen Staatsappartements in der ersten Etage. Durch den ehemaligen Trabanten- oder Gardesaal, dem heutigen Eingangsraum des Museums, erreicht man das Staatsappartement des Herzogs. Das anschließende sechsräumige Appartement entstand in der Zeit Herzog Rudolf Augusts (reg. 1666-1704) ab 1690 und diente dessen Bruder und Nachfolger Herzog Anton Ulrich (reg. 1685-1714) ab 1704 als Staatsappartement. Die original erhaltenen, zwischen 1995 und 2001 vorbildlich restaurierten Gemächer (Antichambre, Audienzgemach, Paradeschlafzimmer mit Retirade sowie Kabinett und Galerie) sind mit reichen Stuckaturen des aus Oberitalien stammenden Giaccomo Perinetti geschmückt. Deckenbilder, Holzarbeiten und behutsam wiederhergestellte Wandbespannungen aus Damast komplettieren die Dekorationen. Die Räume sind mit wertvollen Braunschweiger Barockmöbeln, Gemälden (namentlich Porträts von Mitgliedern der herzoglichen Familie), Wirkteppichen, Plastiken und Ostasiatika ausgestattet. Anhand der lebendig und mit wissenschaftlicher Akribie auf der Basis des ältesten Inventars inszenierten Prunkräume wird Funktion, Nutzung und Anwendung des Hofzeremoniells nachvollziehbar.


Venussaal und Herzöginnenappartement

Im ehemaligen herzoglichen Ess-Gemach, dem heutigen „Venussaal“, sowie in den Gemächern des Herzoginnenappartements und in der sogenannten Hofgalerie werden eine Reihe von Themen zum Leben am Wolfenbütteler Welfenhof aufgegriffen und dargestellt. Die Räume des Herzoginnenappartements sind wie die Prunkgemächer des Herzogsappartements reich mit Stuck und Deckengemälden geschmückt und mit Barockmöbeln, Wirkteppichen, Gemälden und Porzellan ausgestattet. Besonders hervorzuheben sind zwei mit intarsierten Wandvertäfelungen des frühen 18. Jahrhunderts versehene Räume. Zwei Tafelinszenierungen in Silber und Porzellan, Vitrinen mit wertvollem Tafelgerät aus Silber und Glas sowie instruktive Erläuterungen machen das fürstliche Tafelzeremoniell am Wolfenbütteler Hof nachvollziehbar. Eine Rauminszenierung, Exponate in Wandvitrinen und eine Hörstation mit Werken Wolfenbütteler Hofkapellmeister erzählen vom Hofleben und den Unterhaltungsformen der Hofgesellschaft, vom Glückspiel, Liebesabenteuern, Duellen, Hofjagden, Musik- und Theateraufführungen im Opernhaus, Hoffesten mit Feuerwerk und Hofbällen sowie von der Ausbildung der Prinzen und Prinzessinnen.

Audienzimmer der Herzogin
Audienzimmer der Herzogin